Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimenon

Blick in den Bauch

Jaja, ich weiß, ich habe euch eigentlich als nächstes das Thema „Traurig in der Schwangerschaft“ versprochen. Das kommt auch noch dieses Wochenende, aber zwischenzeitlich möchte ich euch von einem großen Ereignis berichten: Von der 20. bis zur 22. Woche hat die werdende Mama Anspruch auf „den großen Schall“. So auch ich, obwohl ich etwas spät dran war und erst in der 23. drankam.

Erstmal zwei Stunden warten in der Klinik, in der wir entbinden möchten, schlechten Kaffee (mein Mann) bzw. pappsüßen Kakao (ich) aus Automaten trinken. Dutzende Babymagazine lesen, die alles mögliche für junge Eltern für absolut unverzichtbar erklären. Das Ein und Aus der Entbindungsstation mit bangen Gefühlen beobachten. Endlich aufgerufen werden, in einen Raum mit zwei großen Monitoren. Glitschiges Gel auf den Bauch und ein leise piependes Gerät. Und da lag sie also. Mit Händen und Beinen und Lippen und riesigen Augen. Mit Füßen, mit allen Zehen dran und Händchen mit winzigen Fingern. Mit einem großen Bauch und kurzen Beinchen. Ein richtiger kleiner Mensch.

Mein Mann war gerührt und ich auch. Irgendwie kann man sich das ja doch nie so richtig vorstellen, dass das was da im Bauch rumort und tritt und sich dreht, wirklich ein Baby ist.

Dieses Baby lag auf dem Rücken und saugte an seinen Zehen. War recht unwillig, seine Position zu wechseln und dann zu halten um der Ärztin zu zeigen, ob es denn auch wirklich gesund ist. Verständlich irgendwie: Denn da liegt man fröhlich und blubbert in seinem Fruchtwasser und wird durch ein nervig piependes Etwas, das am Bauch der Mama rumdrückt, aufgeschreckt.

„Können Babys das Geräusch des Ultraschalls eigentlich hören?“, fragt mein Mann gegen Ende. Weil beide Kinder immer sehr aktiv wurden, wenn sie angeschaut werden sollten.
Das weiß die Ärztin auch nicht. Ich zumindest erhalte zum Dank einen heftigen Tritt gegen die Bauchdecke „Schluss jetzt, Mama“. Schade eigentlich. Denn schön war es, dich zu sehen, kleines Mädchen.

Ich bekomme ein verschwommenes Foto in die Hand gedrückt, in dem wohl nur Ärzte und Eltern etwas erkennen können und bin noch ein ganzes Stückchen mehr gespannt auf diesen kleinen Menschen in meinem Bauch.

P.S. Etwas habe ich doch noch gelernt, aus der ausführlichen Lektüre im Wartezimmer. Es heißt mitnichten Trimester wie in der Uni, sondern „Trimenon“. Schande über mein Haupt. Natürlich habe ich den Titel dieser kleinen Schwangerschaftsserie daraufhin sofort geändert.

Foto © Sven Bähren – Fotolia.com

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