Mein Schwangerschaftsttagebuch – erstes und zweites Trimester

Die Sache mit den Launen

Es gibt Vorurteile, über die sollte frau eigentlich nicht sprechen. Weil sie zwar irgendwie wahr sind, aber eben doch nicht so richtig. Das Ding mit den Launen in der Schwangerschaft ist so eines. Ein klassisches Klischee. Nein, falsch, eigentlich gibt es sogar zwei Klischees dazu.

Das eine besagt, dass schwangere Frauen in sich ruhende, überglückliche, dauerlächelnde, auf rosa Wölkchen schwebende Engel wären.

Das andere meint, wir wären in diesen Monaten wütende, dauergereizte Nervenbündel, die wechselweise nach sauren Gurken oder Erdbeeren mit Senf verlangen – mit Vorliebe zu unpassendster Zeit, so dass der Liebste nachts um 12 zur nächsten Tanke mit Shop aufbrechen muss.

Zugegeben, ein bisschen was von beiden ist durchaus wahr. Stimmungsschwankungen und eine gewisse Grundgereiztheit im Wechsel mit Glücksgefühlen kenne ich aus beiden Schwangerschaften. Gerne werden dann als Generalschuldige „die Hormone“ genannt. Ich glaube an diese Begründung allerdings nur sehr bedingt. Denn, ganz ehrlich: Wem häufig schlecht ist, wer kurzatmig wird, wer immer weniger essen kann, ohne hinterher von Sodbrennen geplagt zu werden, wer Treppen zunehmend schwer hinaufkommt und schließlich sogar beim Sockenanziehen Verrenkungen machen muss, der neigt natürlich zu Muffeligkeit und Gereiztheit. Sorgen darüber, wie „es“ werden wird, gelegentliche Selbstzweifel u.v.a. wenig Schlaf, weil man besonders gerne von innen getreten wird, sobald man sich hinlegen möchte, tun ihr Übriges.

Das Ganze wechselt sich dann ab mit aufgeregter Freude auf das, was kommen wird, dem „Überraschungsei-Effekt“, impulsiven Muttergefühlen und Gefühlen von Harmonie und Ruhe. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft kommt oft ein Gefühl von großer Ruhe oder zumindest “Wurschtigkeit” auf – man steht vor vollendeten Tatsachen, hat alles hundertmal durchdacht und nun ist ohnehin nicht mehr viel zu ändern.

Alles, das Gute wie das Schlechte, ist völlig normal in einer sich verändernden Lebenssituation und trifft so und ähnlich auch auf Pubertät, Berufs- und Wohnortwechsel sowie jede neue Beziehung zu. Eine Schwangerschaft ist ein Übergang und damit auch eine Zeit voller Unsicherheiten, Hoffnungen, Ängsten und Vorfreude. Die „Gefühlsdusche“ gehört dazu. Übrigens, natürlich abgeschwächt, da die körperlichen Symptome wegfallen, auch für den werdenden Papa.

Nächstes Mal: Wie sage ich es bloß den anderen?

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