Was tun bei wundem Po?

Schnell ist’s passiert: Eine längere Bahn- oder Autofahrt, ein bisschen zu viel Fruchtsaft, einmal nicht aufgepasst und Babys Po ist rot und wund. Das passiert so ziemlich allen Eltern mal und ist kein Grund zum Verzweifeln. Um dem Kleinen zu helfen, gibt es jede Menge Tipps und Tricks.

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Häufig wickeln ist so ein Grundsatz, den man dann meist hört und liest. Der ist zwar gut, aber noch wesentlich besser ist, sooft wie möglich nicht zu wickeln. „Unten ohne“ ist einer der wirksamsten Tipps gegen wunde Stelle und Hautrötungen, da das feuchte, luftundurchlässige Klima in den Windeln das Rotwerden fördert und das Abheilen erschwert. Damit das ein oder andere Malheur dabei nicht ganz so schlimm ausfällt: Mullwindeln unterlegen oder Kindern, die schon laufen oder krabbeln ein Baumwoll-Unterhöschen anziehen.

Für die Nacht habe ich beste Erfahrungen mit einer Stoffwindel + Überhose aus Schafwolle gemacht. Diese Kombi lässt genügend Luft an den Po, wirkt aber manchmal wahre Wunder. Morgens ist es ein wenig feucht, da die Wollüberhose etwas Feuchtigkeit durchlässt, darum gilt auch hier: Mullwindel unterlegen. Die Schafwollüberhose ist leider ein bisschen aufwändig, da sie nach jedem zweiten Waschen neu gefettet werden muss, aber bei wundem Po lohnt es sich. Hersteller raten, dazu dann keine Zinksalbe verwenden, die mit meist hohem Paraffingehalt wenig Luft an den Po lässt.

A propos Schafwolle: Viele Hebammen schwören auf „Heilwolle“, also ungewaschene (aber natürlich gereinigte) Schafwolle mit hohem Lanolingehalt. Diese kann, gerade nachts, direkt auf die wunden Stellen gelegt und beim nächsten Wickeln gewechselt werden.

Auch eine der üblichen „Brustwarzensalben“ mit hohem Lanolingehalt kann gut helfen, ebenso wie Ringelblumen- und Fenchelsalbe. Mein spezieller Tipp war immer ein Vogelmierenbalsam (eigentlich ein Tipp meiner Großmutter), den es in einigen Klosterläden noch gibt. Dabei aber auf die Inhaltsstoffe achten, es sollte nichts enthalten sein als Vogelmierenextrakt, natürliche Öle und eventuell etwas Ringelblume. Generell gilt: Nicht zuviel cremen , viel frische Luft (und die soll direkt an die wunden Stellen kommen und nicht nur an die Creme).

Wenn nach 3 Tagen noch nichts besser ist oder zusätzlichen noch Pusteln auftreten (Pilz!), heißt es natürlich zum Kinderarzt gehen. Dieser wird meist eine Zinksalbe aufschreiben, bei einer echten Windeldermatitis dann doch unvermeidlich.

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