Darf ich vorstellen: Katharina

Wir haben Unterstützung bei Liebkind bekommen. Ab nächster Woche werdet ihr regelmäßig Blogbeiträge von Katharina Reintjes bei uns im Liebkind Blog zu lesen bekommen! Wir haben uns Themen ausgesucht, die junge Eltern beschäftigen und uns immer wieder in dem aufregenden ersten beiden Jahren mit Kind begegnen werden.

Katharina, du arbeitest als freie Autorin für verschiedene Verlage und Online Plattformen, u.a. auch für modeaffaire.de. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Das hat sich so ergeben. Ich habe ja Germanistik und Buchwissenschaften studiert und hinterher im Lektorat eines Verlags (Pädagogik). Da gehört Texten ja auch zum Handwerk. Außerdem gibt es eine ganze Menge Themen, die mich interessieren und für die ich mich auch engagieren möchte. Da ich gerne und viel schreibe, lief dieses Engagement dann meist auf Texte hinaus. Ich habe dann so nach und nach einige Angebote bekommen, viel über Mundpropaganda, und mittlerweile arbeite ich als freie Lektorin/Redakteurin und Texterin.

Du bist selbstständig und Mutter eines kleinen Jungen. Wie vereinbarst du die beiden Herausforderungen Beruf und Kind?

Wenn ich ganz ehrlich bin, war das zunächst ziemlich schwer. Bayern und München sind ja nun nicht unbedingt als Mekka der Kinderbetreuung bekannt, mein Stadtteil hat sogar noch weniger Kinderbetreuungsplätze als der Rest Münchens. Und wenn man sich gerade selbstständig machen möchte einen Krippenplatz finden – puh, da hatten erstmal alle anderen Vorrang. Die Verlags- und Medienbranche ist auch nicht gerade die elternfreundlichste, Teilzeitjobs sind Mangelware und die Arbeitszeiten in Produktionszeiten, naja, sehr ausgedehnt. Hätte ich nicht meinen Mann gehabt, der sich sehr engagiert und sehr gute Freundinnen, die mich unterstützt haben, wär der Schritt in die Selbstständigkeit wohl nicht so gelaufen.

Generell ist die Selbstständigkeit in der Medienbranche wohl die beste Möglichkeit, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Stichwort: Flexible Arbeitszeiten und viel Heimarbeit.

Allerdings: Als Alleinerziehende ohne Partner mit festem Gehalt im Hintergrund sieht das sicher weniger rosig aus.

Gold wert ist der Kitaplatz, mein Mann, meine Freundinnen, meine Eltern und natürlich meine Kinderfrau, ohne gutes, kinderfreundliches Netzwerk geht es nicht. Oft lief es auch so, dass ich Kinder von Freundinnen mitbetreut habe und diese dann im Gegenzug meinen Sohnemann.

Gibt es ein „Herzensthema“ über das du am Liebsten schreibst?

Das sind so einige. Derzeit natürlich verstärkt Kinderthemen, teilweise auch ein bisschen in die alternative Richtung, also Tragen, Familienbett, Wickeln mit Stoff, längeres Stillen und so. Allerdings auf keinen Fall fanatisch betrieben, diese Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen „Elternfraktionen“ finde ich sehr schade und unnötig.

Elternthemen interessieren mich auch sehr, also eben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Frage, wie sich Paare die Familienarbeit aufteilen …

Ein Riesenthema ist Nachhaltigkeit und faire Produktion, das wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt , denn schon meine Großmutter hat eines der ersten Netzwerke für fair gehandelten Kaffee mitaufgebaut, das fing ja alles mit Kaffee und kleinen Initiativen in verschiedenen Kirchengemeinden an. Das Thema fairer Handel ist mir sehr wichtig, weil ich den Gedanken furchtbar finde, dass geschätzte 80 bis 90 Prozent der Dinge, die wir täglich benutzen oder verzehren unter furchtbarsten Umständen entstanden sind. Ich möchte da auch nicht wegschauen und denken, „ist halt nicht zu ändern“, sondern aktiv etwas dagegen unternehmen bzw. mich aktiv für faire Bedingungen in der Produktion engagieren.

Wie sieht dein Arbeitsalltag als freie Autorin aus?

Naja, so einen ganz super geregelten Alltag in Richtung „um 8 in die Arbeit, um 15 Uhr heim“ hat man ja als Freie nicht. Ich arbeite, wenn mein Sohn im Kindergarten ist, das ist derzeit von 8.30 bis 16 Uhr an drei Tagen die Woche. Da ich auch öfter mal bei Kunden im Büro bin, habe ich zudem eine Kinderfrau, die ihn an einem dieser Tage abholt, an dem arbeite ich dann bis 18 oder 19 Uhr. Die kommt auch, wenn Arbeiten „außer der Tour“ zu erledigen sind. Viel arbeite ich auch am Wochenende, da kümmert sich dann mein Mann um den Kleinen, manchmal auch meine Eltern. Manchmal muss ich auch zwei oder dreimal die Woche zu Kundenterminen, dann holt mein Mann oder meine Mutter/mein Vater den Kleinen aus dem Kiga und ich arbeite dann eben so bis wieder so bis 18/19 Uhr. Das ist also sehr unterschiedlich, einiges (v. a. Verwaltung) erledige ich auch abends, wenn der Kleine schon schläft. Alles in allem komme ich, je nach Auftragslage, auf 20 bis 40 Stunden die Woche, manchmal auch 50, die sind aber deutlich anders verteilt als bei Festangestellten.

Liebe Katharina, vielen Dank für das nette und informative Interview.

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One Response to Darf ich vorstellen: Katharina

  1. KatharinaR says:

    Hallo,

    ich freue mich schon sehr darauf, hier jede Woche zu schreiben. Ab heute könnt ihr meinen ersten Artikel zum Thema “wunder Po” lesen.

    Liebe Grüße

    Katharina

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