Sagt nein zu Kinderarbeit!

Schonmal was von Uzbekistan gehört? Wahrscheinlich nicht viel, aber genau deswegen schreibe ich diesen Artikel.

Uzbekistan ist der zweitgrößte Exporteur von Baumwolle weltweit und es werden jährlich ca. 1 Million Tonnen Baumwolle aus Uzebkistan auf dem internationalen Markt verkauft. Uzbekistan war mit 1,1 Mio. Tonnen hochwertiger Baumwolle auf dem sechsten Platz der weltgrößten Baumwollproduzenten. Die Gewinne dieser Mega Industrie gehen fast ausschließlich in die Taschen der autoritären Regierung in Uzbekistan. Die Regierung macht die Geschäfte und verhandelt mit den Großabnehmern.  Die ländliche Bevölkerung und die Baumwollfarmer sind hingegen zu chronischer Armut verdammt. Sie bekommen nur ein winzigen Teil vom lukrativen Baumwollkuchen ab. Schwere Verletztungen der Menschenrechte, sowie die Verantwortung für eine der größten von Menschenhand verursachten Umweltkatatsrophen gehen auf Kosten der uzbekischen Regierung. Einer der größten Binnenseen der Welt, der Aralsee ist ausgetrocknet, durch die intensive künstliche Bewässserung, die der Baumwollanbau nach sich zieht. Die Übersalzung der umgebenden Bereiche und die Belastung mit Pestiziden sorgen für eine Verunreinigung des Grundwassers sowie zu zahlreichen Erkrankungen. Die Kindersterblichkeit ist viermal höher als in Russland. In den ländlichen Regionen stirbt jedes 10. bis 12. Kind unter 1 Jahr.

Und als wäre das alles nicht schon genug, finden in Uzbekistan Arbeitszwangsmaßnahmen in großem Stil statt. Zur Zeit der Baumwollernte, werden in Uzbekistan die Schulen geschlossen und die Kinder, man muss sich das mal vorstellen, werden gezwungen auf den Baumwollfeldern zu arbeiten. Und jeden Tag ein bestimmtes Soll an, von Hand gepflückter Baumwolle, abzuliefern. Bis Ende der Achtziger Jahre wurde die Baumwollernte zum großen Teil mit Maschinen vollzogen. Maschinen, die aus der ehemligen Sowjetunion kamen, die der größte Handelspartner von Uzbekistan war. Dies änderte sich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Uzbekistans. Baumwolle wurde von nun an immer mehr von Hand gepflückt, da keine Maschinen mehr von dem ehemaligen Verbündeten kamen. Über 90% der Baumwolle aus Uzbekistan wird von Hand gepflückt. Zudem sollen ca. 57% der gesamten usbekischen Baumwollernte der Saison 2006/2007 von Kindern zwischen fünf und elf Jahren eingebracht worden sein. Zwar wurde 2008 ein Gesetz erlassen, dass die erzwungene Kinderarbeit verbietet, dennoch sieht man auf den Baumwollfeldern hunderte von Kindern, sowie uzbekische Studenten Baumwolle abpflücken . Den Kindern wird Ihr Recht auf Bildung verweigert und Ihr Recht auf Kind sein! Vom Staat! Und die Kinder und deren Familien verdienen noch nicht einmal daran. Der Staat streicht alles ein!

Ich kann gar keine Worte finden für das was dort passiert…

Aber dennoch passiert dies und die ganze Welt kauft Baumwolle in diesem Land. Mit dem Wissen um die erzwungene Kinderarbeit. Und wie wahrscheinlich ist es, dass jeder von uns ein Shirt im Schrank hat, dessen Baumwolle von Kindern in Uzbekistan gepflückt wurde? Ziemlich wahrscheinlich, würde ich mal sagen!

Nicht schön das Ganze und auch nicht bequem sowas zu wissen. Ich kann zumindest das Wissen nicht ausblenden und einfach weiter “normal” einkaufen gehen. Und was können wir tun?

Na ja, zu ersteinmal natürlich Produkte kaufen, die aus Bio Baumwolle oder fair gehandelter Baumwolle hergestellt wurden. Ich weiss man bekommt nicht IMMER ALLES aus Bio Baumwolle. Dann aber einfach mal selbst unbequem werden. Fragen Sie Ihren Händler, ob der weiss woher die Baumwolle stammt. Und wenn nicht, kaufen Sie das Produkt nicht!

Wir müssen uns darüm kümmern zu wissen woher die Produkte kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. Wir können doch nicht einfach wegschauen! Und es sind keine großen Hindernisse, auch für Händler,  nachzuvollziehen, woher die Baumwolle stammt. Wir von Liebkind mussten ein paar Anrufe tätigen und schon hatten wir die Information unserer Lieferanten, ob die Baumwolle fair gehandelt wurde, ob sie aus ökologischem Anbau stammt und wenn nicht woher die Baumwolle bezogen wird.  Wir fragen nach, wir sind auch gerne mal unbequem. Aber das gehört auch einfach dazu, zumindest bei ethischem Konsum, oder? Und das sind wir unseren Kunden ja auch schuldig, denn sie wollen sicher sein dass in unserer ökologischen Kinderkleidung und Umstandsmode keine Kinderarbeit involviert ist.

Ein guter Bericht über die Kinderarbeit auf uzbekischen Baumwollfeldern könnt ihr auf you tube ansehen.

Weitere Infos auch unter: http://www.ecchr.eu/usbekistan.html

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