Mein Schwangerschaftstagebuch – drittes Trimenon

Zwiegespräche mit dem Bauch

Seht ihr auch manchmal Menschen alleine und murmelnd durch die Straßen laufen? Meist stellt sich heraus, dass der- oder diejenige mit „Knopf im Ohr“ unterwegs ist. Auch bei älteren Menschen sollen solche kleinen Monologe ab und an vorkommen. Aber wenn es sich um eine Frau handelt und zwar um eine Frau mit dickem Babybauch, dann … ja dann kann es sein, dass sie gerade mitten im Zwiegespräch mit dem kleinen Mitbewohner ist.

In letzter Zeit, je mehr sich die Kleine meldet, erwische ich mich immer öfter dabei, wie ich ihr Dinge erkläre („ja, jetzt fahren wir mit dem Auto“), sie besänftige („keine Panik, meine Süße, das ist nur laute Musik“) oder auch mal grantig werde („hey, hör sofort auf in meinen Magen zu treten!“). Nachdem ich das nun bei anderen Müttern auch öfter erlebt habe, muss ich zugeben, dass es für Außenstehende, nun ja, etwas eigenartig wirken mag.
Aber irgendwie ist es doch auch wieder toll, man beginnt eine Beziehung zu dem kleinen Menschen im Bauch aufzubauen, indem man ihn (oder sie) einbindet und Kontakt aufnimmt. Das Baby hört die Stimme und wenn es sein gemütliches Nest dann mal verlässt, ist diese Stimme eines der wenigen Dinge, an denen es sich orientieren kann. Es „kennt“ Mama und Papa dann schon ein wenig.
Wobei das natürlich nicht heißen soll, dass man verpflichtet wäre, Dauergespräche mit dem „Dickbauch“ zu führen, wenn einem nicht danach ist – das Baby lernt die Stimme ja auch über das ganz normale Sprechen kennen. Aber auch für einen selbst ist es meist ganz nett, so in den Erstkontakt mit dem Nachwuchs zu treten.

In den letzten Schwangerschaftsmonaten erwischt es meist sogar die dazugehörigen Väter. Die haben bloß den Vorteil, dass Passanten im Idealfall denken, sie reden mit ihrer Partnerin – allerdings nur, solange der Papa zu der Hochschwangeren neben ihm nicht gerade Dinge sagt wie „Na komm, nicht so doll hüpfen, Kleine!“.

Übrigens habe ich es bisher so gehalten, dass ich auch etwas später mit dem kleinen Baby schon alles mögliche geredet habe, von „wir steigen jetzt aus“, über „siehst Du die Lichter da vorn, super oder?“ bis hin zu „Na, möchtest Du was essen?“. Manchmal wird man da ja ganz schön doof angeschaut. Klar, ein Baby begreift noch nicht wirklich den Sinn der Worte, aber es versteht den Klang und darüber nach und nach auch die Bedeutung.

Ich behaupte jedenfalls, dass mein Sohn auch deshalb so eine kleine Quasselstrippe mit Riesenwortschatz geworden ist. Gut, manchmal wünschte man sich dann doch etwas mehr Ruhe, aber die Dauerdokumentation seiner Umgebung („Oh Mama, sau mal, da vorn gehen swei Männa mit Regenjacken und einem kleinen braunen Hund) ist doch auch sehr süß :-) .

Foto © Anja Roesnick – Fotolia.com

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites und drittes Trimenon

Von einem Trampeltier

Es ist heiß … Sehr heiß. Und hochschwanger (so langsam werde ich das) in der ärgsten Sommerhitze ist nicht immer schön.

Ich werde immer müder und langsamer und komme schwerfällig daher wie ein Trampeltier. Sogar einfache Tätigkeiten wie Anziehen sind anstrengend und ich sehe nach einigen Schritten vor die Tür aus, als wäre ich in einen Regenschauer geraten. Mein Sohn ist im Winter geboren und so war ich im Sommer in der allerbesten Schwangerschaftszeit ¬ nicht zu dick und nicht mehr schwindelig wie in der Frühschwangerschaft.
Meine Tochter allerdings wird im Spätsommer / Frühherbst geboren und puh, diese Schwangerschaft ist richtig anstrengend. Erst die Übelkeit und nun die Unbeweglichkeit und Schwerfälligkeit … Und das soll noch Wochen so gehen?

Gut, einen Vorteil hat es: Ich muss keine dicken, umstandstauglichen Wollpullover mehr überziehen. Aber könnte es nicht doch ein bisschen kühler werden? Alles liegt am See, aber mir tut vom Liegen auf den harten Strandmatten schnell der Rücken weh. Und vor dem Schwimmen presse ich mich mühsam in meinen überdimensionalen Umstandsbadeanzug.

Umstandsbadeanzug? So etwas brauchte ich letztes Mal gar nicht. Das kommt wohl davon, wenn man mit 10 Kilo zuviel in die Schwangerschaft startet. Im Wasser dagegen ist es herrlich. Der schwere Bauch wird leicht, ich bewege mich fast schwerelos … herrlich. So müssen sich Nilpferde fühlen.

Nächstes Mal: Zwiegespräche mit dem Bauch

© Hannes Eichinger – Fotolia.com

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimenon

Schwanger in den Urlaub

Diesen Artikel schreibe ich euch live aus meinem Urlaubsort an der Adria, er ist also dieses Mal sehr tagesaktuell …

Schwanger in den Urlaub ist ein kleines Abenteuer: dicker Bauch, zunehmende Unbeweglichkeit, oftmals schwere Beine und noch ein wenig Unbill mehr. Trotzdem fahren die meisten Schwangeren mindestens einmal weg. Schließlich dauert so eine Schwangerschaft die berühmten 40 Wochen, also über 9 Monate und außerdem will die Zeit genutzt sein, bis man mit kleinem Baby und übermüdet nur noch schlafen will und schlecht wegfahren kann.

Als ideale Zeit bietet sich das zweite Trimenon an, also circa von der 13. bis zur 28. Schwangerschaftswoche. Die anfänglichen Widernisse wie Übelkeit und Kreislaufprobleme sind dann meist weg und der Bauch ist noch nicht soooo dick.

Ich hatte dieses Mal das Glück, dass die „gute Zeit“ genau in den Sommer fällt. Mein „Großer“ war noch nie am Meer und mein Mann wollte an den Ort seiner Kindheit zurück –also los.
Leider wurde mein Mann, wie so oft, pünktlich zur Urlaubszeit krank. Und da ich leider in dieser Schwangerschaft so ziemlich jedes rumfliegende Bakterium oder jeden Virus sofort aufschnappe und darum nahezu andauernd erkältet bin, bieten wir momentan einen wunderbaren Anblick: Eine schniefende, hustende Familie am Meer, denn Sohni bekommt solidarisch alles, was ich habe. Die ersten Tage fiel das nicht so auf, da das Wetter nicht ganz so war, wie man es am Mittelmeer im Sommer erwarten dürfte. Aber mittlerweile ist es ein wenig nervig, bei über 30 Grad nicht im Meer schwimmen zu können.

Trotzdem gibt es eine Menge zu entdecken: Museen, Inseln und kleine Küstenorte … und Meerspaziergänge sind ja auch schön und zudem gut für die Bronchien :-) – gerade wenn das Kleinkind in einem Alter ist, in dem eine Muschel oder ein Seeigel noch eine Sensation darstellt.

Prinzipiell ist unsere Situation natürlich schlicht Pech und die meisten Schwangeren fahren völlig problemlos in Urlaub. Im erwähnten Zeitraum auch gar kein Problem, wenn man vorher beim Frauenarzt das Okay dafür eingeholt hat. Die Reiseapotheke muss ein wenig angepasst werden, um Schwangerschaftsmedikamente, ein paar mehr Medikamente für den empfindlichen Magen und eventuell braucht frau einen neuen Badeanzug für den wachsenden Bauch. Ein paar mehr Pausen auf der Fahrt sind natürlich hinsichtlich Rückenschmerzen und schweren Beinen auch angebracht. Aber alles in allem unterscheidet sich so ein Urlaub im zweiten Schwangerschaftsdrittel nicht wesentlich von einem ganz „normalen“ Familienurlaub.

Für eine Frau, die zum ersten Mal schwanger ist, ist die Umstellung natürlich größer, da man abends meist nicht mehr so ausgedehnt ausgehen kann und alles schon ein wenig in Richtung „Familie“ geht. Immerhin schonmal ein gutes “Trockentraining” für die kommenden Zeiten und außerdem Zeit für viel Erholung, die man als Familie mit Kleinkind im Schlepptau eher nicht mehr hat.

© Hannes Eichinger – Fotolia.com

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimenon

Es rührt sich was!

Gut, zugegeben, dieser Eintrag ist nicht ganz tagesaktuell. Es rührt sich schon eine ganze Weile was. Schon seit der 14. Woche spüre ich, trotz Plazenta an der Vorderwand, dieses Mal die Bewegungen. Viel früher als letztes Mal, aber man weiß ja mittlerweile, wie sich das anfühlt und hält das Ganze nicht mehr für ein Magengluckern … Erst leicht wie ein Schmetterling, dann immer kräftiger. Erst sehr selten, dann immer häufiger.

Und seit heute, und damit wird es doch noch tagesaktuell, können es auch der Papa und der große Bruder ganz deutlich sehen. Da wird so heftig gegen die Bauchdecke gestrampelt, dass man fast ein Füßchen erkennen kann.

Gegen Tritte nach oben ist auch wenig zu sagen, das freut eher, denn endlich wird klar „Da ist wirklich jemand drin“, der große Bruder ist entzückt und verteilt Küsschen auf die Ausbeulungen, der Papa kriegt diesen leicht entrückten „ich bin stolzer Vater“-Ausdruck (den der Herr auf dem Foto recht deutlich demonstriert :-) ). Aber auf die mehr oder weniger gezielten Tritte in Richtung Blase könnte ich auch dieses Mal wieder gut und gerne verzichten. Leider haben da scheinbar meine Kinder ein Faible dafür …

Richtig lustig wird es allerdings noch ein wenig später. Dann nämlich, wenn sich an der eigenen Bauchdecke ganz deutlich ein kleines Knie oder ein Ellenbogen oder ein Kinderpo abzeichnet. Manchmal bildet man sich ein, auch einen Hinterkopf erkennen zu können. Das ist so die Zeit, in der selbst flüchtig Bekannte oder sogar völlig Fremde fasziniert und entrückt auf den Bauch starren und einen allerlei Personen ansprechen mit dem Ansinnen „Darf ich vielleicht mal anfassen?“. Mich persönlich hat das nie gestört, im Gegenteil, es freut mich, wenn meine Umgebung sich so mitfreut an diesem kleinen Wunder.
Selbst gestandene, langjährige Geburtshelfer können sich dem scheinbar nicht entziehen, zumindest habe ich beim letzten Mal erlebt, dass eine etwas bärbeißige Hebamme und ein Hüne von Frauenarzt beim Anblick heftiger Wellenbewegungen an der Bauchdecke entzückte Schreie ausgestoßen haben.

Foto © Anja Roesnick – Fotolia.com

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimenon

Eigentlich sollte ich doch glücklich sein – traurig in der Schwangerschaft

Auch diese Schwangerschaft kommen Sie wieder: Die traurigen Tage. Zum Glück seltener und weniger heftig, aber auch. In der letzten Schwangerschaft gab es durchweinte Nächte und manchmal regelrechte Verzweiflung. Alles ist neu, alles wird anders, man wird schwerfällig, müde, bei mir kam noch eine ungewisse und angespannte berufliche Situation dazu … und fertig sind die Zutaten für Stimmungstiefs und Traurigkeiten.

Das Schlimmste daran: Das schlechte Gewissen. Weil es diverse Leute gibt und diverse „Tipps“ im Internet, die felsenfest behaupten, das Baby würde alles „spüren“, nach der Geburt seinerseits traurig, ein Schreibaby und Schlimmeres werden. So kam zu der Traurigkeit noch ein schlechtes Gewissen und beides hat sich immer mehr aufgeschaukelt.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen: Alles Unsinn, was andere mir da erzählt haben. Als ich mich endlich getraut hatte, Ärzte dazu zu fragen, haben diese über Aussagen wie „dann wird dein Kind auch weinen“ nur herzlich gelacht. Es gibt weder einen einzigen Beweis dafür, dass traurige Mütter, traurige Kinder „produzieren“ noch dafür, dass das Kind Traurigkeit der Mutter „spürt“. Vor allem, da diese Zustände, wie mir mittlerweile oft genug „unter der Hand“ erzählt wurde, so ziemlich jede Frau kennt.

Darum liebe Mamis und werdende Mamis: Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen. Sicher, das gesellschaftlich „akzeptierte“ Bild ist immer noch das einer glücklichen, in sich ruhenden Schwangeren. Der Realität entspricht das allerdings nicht.

Und wenn diese Zustände länger dauern und für euch unerträglich werden, habt keine Angst, ärztliche Hilfe zu suchen. Das ist alles ganz normal, schlechtere Mütter seid ihr deshalb niemals. Ganz im Gegenteil, ich bin mittlerweile überzeugt, dass es von Stärke zeugt, nicht aller Welt etwas vorspielen, sondern zum „Ist-Zustand“ zu stehen.

Übrigens sind in meinem Fall sogar die damaligen „Pessismisten“, die mir ein Schreibaby prognostiziert haben, verstummt. Denn ein fröhlicheres, selbstbewussteres Kerlchen als meinen Sohnemann gibt es kaum. Darum: Nur Mut. Und, so schwer es ist, „Ratschläge“ wie die oben genannten, nicht weiter ernst nehmen.

Mir zumindest hat das für diese Schwangerschaft sehr geholfen: Traurige Zustände ganz normal nehmen, ohne schlechtes Gewissen – so komme ich dieses Mal auch viel leichter wieder da heraus.

Foto © luna – Fotolia.com

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimenon

Blick in den Bauch

Jaja, ich weiß, ich habe euch eigentlich als nächstes das Thema „Traurig in der Schwangerschaft“ versprochen. Das kommt auch noch dieses Wochenende, aber zwischenzeitlich möchte ich euch von einem großen Ereignis berichten: Von der 20. bis zur 22. Woche hat die werdende Mama Anspruch auf „den großen Schall“. So auch ich, obwohl ich etwas spät dran war und erst in der 23. drankam.

Erstmal zwei Stunden warten in der Klinik, in der wir entbinden möchten, schlechten Kaffee (mein Mann) bzw. pappsüßen Kakao (ich) aus Automaten trinken. Dutzende Babymagazine lesen, die alles mögliche für junge Eltern für absolut unverzichtbar erklären. Das Ein und Aus der Entbindungsstation mit bangen Gefühlen beobachten. Endlich aufgerufen werden, in einen Raum mit zwei großen Monitoren. Glitschiges Gel auf den Bauch und ein leise piependes Gerät. Und da lag sie also. Mit Händen und Beinen und Lippen und riesigen Augen. Mit Füßen, mit allen Zehen dran und Händchen mit winzigen Fingern. Mit einem großen Bauch und kurzen Beinchen. Ein richtiger kleiner Mensch.

Mein Mann war gerührt und ich auch. Irgendwie kann man sich das ja doch nie so richtig vorstellen, dass das was da im Bauch rumort und tritt und sich dreht, wirklich ein Baby ist.

Dieses Baby lag auf dem Rücken und saugte an seinen Zehen. War recht unwillig, seine Position zu wechseln und dann zu halten um der Ärztin zu zeigen, ob es denn auch wirklich gesund ist. Verständlich irgendwie: Denn da liegt man fröhlich und blubbert in seinem Fruchtwasser und wird durch ein nervig piependes Etwas, das am Bauch der Mama rumdrückt, aufgeschreckt.

„Können Babys das Geräusch des Ultraschalls eigentlich hören?“, fragt mein Mann gegen Ende. Weil beide Kinder immer sehr aktiv wurden, wenn sie angeschaut werden sollten.
Das weiß die Ärztin auch nicht. Ich zumindest erhalte zum Dank einen heftigen Tritt gegen die Bauchdecke „Schluss jetzt, Mama“. Schade eigentlich. Denn schön war es, dich zu sehen, kleines Mädchen.

Ich bekomme ein verschwommenes Foto in die Hand gedrückt, in dem wohl nur Ärzte und Eltern etwas erkennen können und bin noch ein ganzes Stückchen mehr gespannt auf diesen kleinen Menschen in meinem Bauch.

P.S. Etwas habe ich doch noch gelernt, aus der ausführlichen Lektüre im Wartezimmer. Es heißt mitnichten Trimester wie in der Uni, sondern „Trimenon“. Schande über mein Haupt. Natürlich habe ich den Titel dieser kleinen Schwangerschaftsserie daraufhin sofort geändert.

Foto © Sven Bähren – Fotolia.com

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Darf ich vorstellen: Tugba von Green Astronaut

Tugba ist die Frau, die hinter Green Astronaut steht. Das Münchner Label hat sich auf lässige Kinderkleidung spezialisiert, die ökologisch und fair hergestellt wurde. Ökologische Baumwolle, faire Bezahlung der Arbeiter, zertifiziert durch das GOTS Label sind selbstverständlich für die Macherin von Green Astronaut. Die Modelle stehen für einen lässigen Style, mit witzigen Details, wie bunte Reißverschlüsse, und sind alle Kinder Alltags-tauglich.

Ich habe für euch hinter die Kulissen von Green Astronaut geblickt und ein paar Fragen gestellt:

Tugba, du bist die Gründerin und kreativer Kopf von Green Astronaut. Wie kamst du dazu ein Kindermodelabel zu gründen und wie ist der Name entstanden?


Gegründet habe ich green astronaut letztes Jahr, aber die Idee entstand kurz nach der Geburt meiner Tochter 2010. Am Anfang hatte ich nur den Wunsch schöne bequeme und gesunde Kleidung für Sie und meinen 4 jährigen Sohn herzustellen, die praktisch und bio sind, und wollte dann auch kleine Mengen online verkaufen. Aber das Ganze hat dann eine Eigendynamik bekommen und ist dann doch größer geworden als geplant. Jetzt bin ich selbstständig und die Idee ist zu meinem neuen Beruf geworden.

Der Name “green astronaut” ist eigentlich aus dem Bauch heraus entstanden. ”green”, weil grün einfach für Bio steht.”astronaut” war einfach ein spontaner Einfall. Ich wollte auch eine Figur dazu entwerfen, mit denen Kinder auch etwas anfangen können. Meine Mode ist ja auch für Kinder und green astronaut kommt bei unseren Kleinen super gut an. Auch, wenn ich sonst alles in deutsch halte, konnte ich mich von diesem englischen Namen nicht trennen. Er passte einfach so gut. Das kleine Männchen und seine Mission von der sauberen Welt.

In deinem „früheren“ Leben warst du Innenarchitektin. Jetzt entwirfst du Kindermode. Kannst du Parallelen zwischen deinen beiden Berufen ziehen?

Diese Berufe scheinen entfernt zueinander zu sein aber haben doch sehr viel gemeinsam.

Auch in der Baubranche baut man heute sehr grün. Effiziente Heizungen, moderne Baumaterialien, die Solartechnik uvm. sind heute nicht mehr wegzudenken. Auch hier kann man sehr viel für unsere Umwelt tun. Und ich liebe schöne Architektur so wie ich schöne Bekleidung für Kinder (natürlich auch für Erwachsenen) liebe.

Designer müssen ja ständig neue Ideen haben, die sie dann bestenfalls in tragbare Modelle umsetzen. Was inspiriert dich für deine Kollektionen? Und wie viele entwickelst du in einem Jahr?


Das Motto lautet: Praktisch und schön für Eltern und Kinder. Ich liebe es mir schöne Dinge anzusehen. Und freu mich jedes Mal über gelungenes praktisches Design, egal ob Mode oder Architektur. Ich bin keine Fashionista, würde aber sagen eine Ästhetin. So sehe ich immer und überall viel Schönes und gestalte dann, was ich schön und praktisch finde.

Die Muster werden an meinen zwei Kindern und deren Freunden gestestet. Ich weiss schon viel, was Kinder an Kleidung nicht wollen.

Die Modelle sind alle nachhaltig, also aus ökologischen Materialien hergestellt. Wo findet die Produktion statt und bist du dort selber vor Ort?

Die Produkte von green astronaut lass ich in der Türkei produzieren. Das Land ist einer der wichtigsten Bio-Baumwoll Hersteller und somit war für mich klar, dass meine Herkunft hier natürlich ein Vorteil ist. Viele namhafte grüne Hersteller lassen dort ihre Produkte fertigen

Das Besondere an green astronaut ist, dass nur GOTS zertifizierte 100 % reine Bio Baumwolle verwendet wird. Das heißt: Vom Anbau der Baumwolle, der Verarbeitung vom Faden bis zum fertigen Stoff, dem Färben und Nähen bis zum Etikett, ist alles ökologisch und ethisch sauber. Ich habe mich vom Anbau der Baumwolle der Produktion bis zur Abnahme persönlich vor Ort überzeugt. Ich arbeite immer mit denselben Unternehmen zusammen die GOTS und andere wichtige Zertifikate haben. Außerdem bin ich bei jeder neuen Produktion für die letzte Korrekturen vor Ort.

Das zweite ist der Preis. Biomode für Kinder ist sehr teuer. Wir schlagen nicht mehr drauf als sein muss und wollen das unsere Kindermode bezahlbar ist und auch bleiben soll. Kein Öko-Look, aber auch kein Öko-Luxus.

Warum musste es ein „grünes“ Kindermode Label sein?


Für diese Entscheidung gibt es viele Gründe. Einer der Gründe ist das es nicht viel Auswahl an grüner, moderner und praktischer Mode nach meinen Wünschen für meine Kinder gab. Also wollte ich das ändern und habe selber ausprobiert. Das kam bei allen die meine Kreationen gesehen haben sehr gut an. Das stärkte mich sehr in meinem Vorhaben und ich wusste daß ich was wichtiges Beitragen will.

Ich wollte von Anfang nur „grüne“ Produkte weil ich weiss wie es in den Sweatshops aussieht, ich will keine Ausbeutung von Arbeitern speziell von Kindern, keine Gifte… eine gerechte und saubere Welt. Ein kleiner Beitrag…

Du bist ja nicht „nur“ Unternehmerin, sondern auch Mutter. Wir bringst du diese beiden Anforderungen unter einen Hut?

Jeder Tag ist eine Herausforderung. Jede Mutter die Berufstätig ist weiß das. Morgens die Kinder in die KiTa anschließend gleich ins Büro. Am Nachmittag die Kinder wieder abholen. Kinderzeit bis maximal 21.00 Uhr. Ein wenig Abschalten, wenn ich noch fit bin beantworte ich noch e-Mails. Spätestens 23 Uhr ist für mich auch Schluss. Mein Mann ist in der Werbebranche und wie ich auch selbstständig. Er hilft mir viel im Marketing. Als „selbstständige Familie“ sind wir natürlich sehr flexibel. So kann ich auch mal länger arbeiten.

Liebe Tugba, vielen Dank für das nette Gespräch! Es war mir eine Freude!

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Mein Schwangerschaftstagebuch – zweites Trimester

Wie sag ich’s bloß den anderen?

In jeder Schwangerschaft kommt immer der Punkt, an dem man anderen Menschen verraten muss, dass man nun als „two in one“ unterwegs ist. Sei es, weil man liebe Menschen einweihen möchte, sei es, weil es schlicht zu offensichtlich wird oder aber aus arbeitsrechtlichen Gründen – leicht ist es nicht immer.

Der/die erste, der es erfährt, ist naturgemäß oft der Arzt bzw. die Frauenärztin. Die haben nun kein persönliches, sondern maximal ein professionelles Interesse daran, dennoch könnte ich persönlich auf das gelangweilte „so so, dann schauen wir mal nach“ und das anschließende hingenuschelte „Herzlichen Glückwunsch“ + uninteressierten Händedruck gut und gerne verzichten. Irgendwie hat das bei mir jedes Mal eher einen peinlichen Effekt, der die Freude mehr dämpft als steigert.

Der wirklich erste aus dem persönlichen Umfeld ist natürlich der Partner und zukünftige Papa. Die Reaktionen sind da so unterschiedlich wie die Männer selbst und oft sehr überraschend. So hörte eine liebe Freundin, die es zusammen mit ihrem Mann bereits monatelang „versucht“ hatte, ein „ so, eine verdammte Sch***“, als erste Reaktion, und das war durchaus nicht rusikal-freudig gemeint. Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist da oft enorm. Wie durchaus nicht jede Frau durch’s Zimmer hüpft, sobald sie von ihrem Mitbewohner erfährt, so muss sich auch der ein oder andere Papa erst an den Gedanken gewöhnen, egal ob geplant oder nicht. Andererseits gibt es werdende Papas, die in Freudentränen ausbrechen, obwohl sich der Nachwuchs völlig überraschend ankündigt.
Wahrscheinlich macht es, wie bei jeder wichtigen Nachricht, unter anderem auch der richtige Zeitpunkt aus – am einfachsten geht es wahrscheinlich, wenn er beim Test dabei ist. Die gute Nachricht: Ist dieser Teil erst hinter einem, hat man fortan wenigstens Unterstützung, wenn es darum geht, Eltern, Schwiegereltern, Freunden und Verwandten die Nachricht zu überbringen.

Denn auch der Freundes- und Verwandtenkreis ist nicht immer die leichteste Übung. Kinderlose sind nicht durch die Bank begeistert, dass man in Zukunft nicht mehr so viele Gemeinsamkeiten und gemeinsame Zeit hat, ebenso geht es hin und wieder Menschen mit schon größeren Kindern. Ganz gefährlich kann es werden, wenn Freunde bereits lange Zeit „üben“ und man selbst mit der freudigen Nachricht allzu eifrig herausplatzt. Und dann gibt es auch noch jene, oft älteren Verwandten, die erwarten, dass Mama und Papa in spe mit Dauergrinsen unterwegs sind und die restlos enttäuscht reagieren, wenn beide noch ein wenig skeptisch wirken. In diesem Fall heißt die Devise „Augen zu und durch“.
Am besten, man überbringt Menschen, die einem gemeinsam wichtig sind, die Nachricht auch zu zweit.
Unvergessen ist bei uns übrigens der halb scherzhafte, halb ernst gemeinte Ausruf des zukünftigen Großvaters „Aber ich bin doch noch viel zu jung, um Opa zu sein!“

Dieses Mal hatte ich es im Überschwang der Gefühle einigen nahen Freundinnen und Verwandten verraten, die in den meisten Fällen restlos begeistert waren (manchmal auch eher distanziert). Und so musste ich da dann nicht weiter aktiv werden, die Nachricht verbreitete sich „sozusagen“ von selbst.

So richtig schwierig kann es dagegen beim Arbeitsgeber werden. Im besten Fall freut sich dieser für einen, aber bitte auch nicht ZU sehr, sonst könnte das wieder verdächtig sein … Im schlechtesten Fall bekommt frau allenfalls ein mit säuerlichem Gesicht mühsam herausgepresstes „Herzlichen Glückwunsch“ zu hören.
Ich habe da leider noch kein Patentrezept gefunden. Weder die frühe und sehr überlegt-freundlich-sachliche Verkündung, noch die lange hinausgeschobene eher verdruckt mit schlechtem Gewissen vorgetragene waren wirklich erfolgreich. Wer da gute Erfahrungen und Ideen hat, gerne her damit! Meine Vermutung ist, dass es in Wahrheit gar nicht so sehr auf das „wie“ ankommt, sondern einfach das Arbeitsumfeld und die aktuelle Situation des Unternehmens entscheidend sind.

Nächstes Mal: “Eigentlich sollte ich doch glücklich sein”- Traurig in der Schwangerschaft

Foto © apops – Fotolia.com

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Babykleidung selber machen

Babykleidung einfach mal selber machen

Frisch gebackene Eltern plagt nicht selten die Frage, wie man die Kleinsten am besten ankleidet. Vor allem „Bio Kleidung“ ist hierbei in aller Munde. Hinzu kommt, dass der Frühling fast vorbei ist und die wärmeren Tage nahen. Jeder weiss zwar, dass Babyhaut empfindlich ist und man sie vor Kälte und Sonneneinstrahlung schützen sollte, jedoch ein zu starkes Schwitzen möchte man dem Neugeborenen auch nicht antun. Wer dann auch noch den unbändigen Krabbeltrieb und Bewegungsdrang der Kleinen mit einkalkuliert und auf modische Komponenten Wert legt, kommt beim Einkauf geeigneter Babykleidung sehr schnell an seine Grenzen. Funktionalität, Bewegungsfreiheit und modische Trends müssen sich aber nicht unbedingt gegeneinander ausschließen. Moderne Eltern achten mehr und mehr darauf, dass auch das Baby stilsicher gekleidet ist, auch wenn es wohl schon bald aus den schönsten Sachen herausgewachsen ist.

Die Modeindustrie gibt sich die allergrößte Mühe die Wünsche junger Mütter zu befriedigen und bringt ganze Labels (mit oder ohne Biosiegel) und passende Produktlinien auf den Markt. Wer neben klassischer Babykleidung nach einer Alternative sucht, der kann sich diese auch selber gestalten. Bei Fun-Shirt24.com kann man neben normalen T-Shirts, Pullovern oder Jacken auch Babyshirts und Bio-Shirts, Strampler oder Mützen eigenständig bedrucken lassen. Auf dieser Seite findet man einige Beispiele zu diversen Babyshirts und wie Eigenkreationen aussehen können. Wer nicht nur sich sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun möchte, wählt die Shirts mit Bio zertifizierter Baumwolle und aus fairem Handel. So kann man sicher sein, dass auch nur ökologische Materialien an die Haut kommen.

Wer möchte, kann innerhalb weniger Minuten verschiedenste Babyartikel erstellen und seine eigenen Ideen realisieren. So können neben den aktuellen Farben des Sommers auch witzige Statements, Texte oder Slogans aufgedruckt werden. Sprüche wie „I Love Daddy“ oder „Little Monster“ sind beliebig ausweitbar. Solche individuelle Kleidung steht nicht nur frisch gebackenen Eltern sondern eben auch den Kleinsten, zumal es auch später noch ein schönes Erinnerungsstück sein kann. Egal für welches Produkt man sich entscheidet, man sollte vor allem bei Babykleidung auf folgende Eigenschaften achten:

  1. Nur 100 prozentige Baumwolle neben und kein Replikat. Babyhaut ist zu empfindlich und reagiert schnell allergisch gegen zugemischte Stoffe.
  2. Sofern möglich, sollte man sich im Hinblick auf unsere Umwelt für „Bio“ zertifizierte Produkte entscheiden. Sogenannte „Organic Shirts“ sind meistens entsprechend gekennzeichnet.
  3. Der Stoff sollte elastisch sein, damit beim Spielen genügend Bewegungsfreiheit herrscht. Die ersten Schritte sollte nicht gleich wieder im Keim erstickt werden.
  4. Lieber ein bisschen größer kaufen, dann hat man länger etwas davon. Babys wachsen sehr schnell und sind im Handumdrehen reingewachsen.
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Mein Schwangerschaftsttagebuch – erstes und zweites Trimester

Die Sache mit den Launen

Es gibt Vorurteile, über die sollte frau eigentlich nicht sprechen. Weil sie zwar irgendwie wahr sind, aber eben doch nicht so richtig. Das Ding mit den Launen in der Schwangerschaft ist so eines. Ein klassisches Klischee. Nein, falsch, eigentlich gibt es sogar zwei Klischees dazu.

Das eine besagt, dass schwangere Frauen in sich ruhende, überglückliche, dauerlächelnde, auf rosa Wölkchen schwebende Engel wären.

Das andere meint, wir wären in diesen Monaten wütende, dauergereizte Nervenbündel, die wechselweise nach sauren Gurken oder Erdbeeren mit Senf verlangen – mit Vorliebe zu unpassendster Zeit, so dass der Liebste nachts um 12 zur nächsten Tanke mit Shop aufbrechen muss.

Zugegeben, ein bisschen was von beiden ist durchaus wahr. Stimmungsschwankungen und eine gewisse Grundgereiztheit im Wechsel mit Glücksgefühlen kenne ich aus beiden Schwangerschaften. Gerne werden dann als Generalschuldige „die Hormone“ genannt. Ich glaube an diese Begründung allerdings nur sehr bedingt. Denn, ganz ehrlich: Wem häufig schlecht ist, wer kurzatmig wird, wer immer weniger essen kann, ohne hinterher von Sodbrennen geplagt zu werden, wer Treppen zunehmend schwer hinaufkommt und schließlich sogar beim Sockenanziehen Verrenkungen machen muss, der neigt natürlich zu Muffeligkeit und Gereiztheit. Sorgen darüber, wie „es“ werden wird, gelegentliche Selbstzweifel u.v.a. wenig Schlaf, weil man besonders gerne von innen getreten wird, sobald man sich hinlegen möchte, tun ihr Übriges.

Das Ganze wechselt sich dann ab mit aufgeregter Freude auf das, was kommen wird, dem „Überraschungsei-Effekt“, impulsiven Muttergefühlen und Gefühlen von Harmonie und Ruhe. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft kommt oft ein Gefühl von großer Ruhe oder zumindest “Wurschtigkeit” auf – man steht vor vollendeten Tatsachen, hat alles hundertmal durchdacht und nun ist ohnehin nicht mehr viel zu ändern.

Alles, das Gute wie das Schlechte, ist völlig normal in einer sich verändernden Lebenssituation und trifft so und ähnlich auch auf Pubertät, Berufs- und Wohnortwechsel sowie jede neue Beziehung zu. Eine Schwangerschaft ist ein Übergang und damit auch eine Zeit voller Unsicherheiten, Hoffnungen, Ängsten und Vorfreude. Die „Gefühlsdusche“ gehört dazu. Übrigens, natürlich abgeschwächt, da die körperlichen Symptome wegfallen, auch für den werdenden Papa.

Nächstes Mal: Wie sage ich es bloß den anderen?

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